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Wappenbeschreibung-/begründung

Wappenbeschreibung:

?In Rot blau gefüllte silberne Wellendeichsel, vorn silberne Hausmarke (Hoch- und Gabelkreuz auf schräglinker Basis), hinten silberner Mühlstein?

Wappenbegründung:

Die Region, in der Irrhausen liegt, war bereits vor der Jahrtausendwende im Besitz der Abtei Prüm, deren Farben Rot und Silber waren. Die Grafen von Vianden, die als Wappenfarbe ebenfalls Rot und Silber hatten, waren Vögte der Abtei. Ein Anteil des Ortes, links vom Irsenbach gehörte zur Verwaltung der Herren von Ouren, der übrige Teil zum Trinitarierorden. Im Jahr 1400 heißt es: "Irrhausen ist verpflichtet am Tag nach Christi Himmelfahrt nach Prüm zu wallfahrten".

Zu dieser Zeit stand Vianden aber schon längst, bis zum Ende der Feudalzeit, unter Luxemburger Lehenshoheit, nachdem 1264 Philipp I. von Vianden wegen eines familiären Zwistes mit seinem Neffen Heinrich I. von Schönecken Waffenhilfe von Heinrich V. von Luxemburg erbitten musste. Das Feld über der silbernen Deichsel ist Blau, da die Wappenfarben von Luxemburg Silber und Blau sind.

Die Deichsel symbolisiert von oben nach unten den Zusammenfluss der Bäche Irsen und Manner im Ort. An beiden Bächen standen noch auf Irrhausener Gebiet bis in die Neuzeit fünf Mühlen. An diese Tradition und den für den Ort früher bedeutenden  Erwerbszweig soll der Mühlstein hinten im Wappen erinnern.

Die erste Kirche des Ortes wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert erbaut und im Jahr 1899 wegen Baufälligkeit abgerissen. Von einem der Erbauer ist ein Wappenstein erhalten geblieben, der die Hausmarke eines Steinmetz trägt. Dieses Zeichen wurde als Figur vorn im Wappen gewählt. Das Symbol besteht aus zwei christlichen Symbolen, einem lateinischen Kreuz und einem Schächerkreuz (oder auch Gabelkreuz genannt), die am Fuß miteinander verbunden sind. Kalvarienbergdarstellungen zeigen meist ein lat. Kreuz zwischen zwei Schächerkreuzen. Derartige Symbole wurden üblicherweise einem Kirchenbaumeister verliehen, die dieser flächendeckend als sein Familienwappen tragen durfte. Als Zeichen seiner wesentlichen Mitarbeit wurde sein in Stein gehauener Schild im Bauwerk hinterlassen. Dies geschah zumeist als Schlussstein in einem Kreuzrippengewölbe. An seinem ursprünglichen Platz ist dieser Wappenstein im  Eifelraum und an der Mosel noch in der Kirche von Kronenburg bei Stadtkyll und in der Kirche des Weinortes Schleich zu sehen. Die Irrhausener Kirche mit dem Wappenstein diente den Gläubigen und begleitete sie über 400 Jahre.